Licht für Kwanta

Sicherstellung der Stromversorgung in Awudome Kwanta.

Das Stromnetz in Ghana ist sehr unzuverlässig und unsicher. Es kommt immer wieder zu Stunden, aber auch Tage dauernden Ausfällen und auch Rationierungen, da nicht genug Energie für die gesamte Bevölkerung produziert wird. Für die Bewohner des Dorfes ist eine dauerhafte Stromversorgung gerade in der Awudome Kwanta Library enorm wichtig, um den einzigen öffentlich zugänglichen Computer nutzen und den Unterricht uneingeschränkt und bei Licht halten zu können. Deshalb war es dem Verein ein großes Anliegen, die Stromversorgung vor allem in diesem Gebäude zu gewährleisten:

Im Februar 2017 ist die Obfrau Gudrun Bruckner gemeinsam mit einer Gruppe motivierter Studenten nach Ghana gereist, um auf dem Dach der Bibliothek eine Photovoltaikanlage zu installieren. Unterstützt wurden sie dabei von einem erfahrenen Solartechnik-Experten aus Österreich. Durch regen Kontakt mit einer Firma in Ghana wurde die Photovoltaikmodule vor Ort erworben, um die lokale Wirtschaft zu stärken und die Erfahrung der dortigen Produzenten, hitzebeständige Module für das Klima in Ghana zu entwickeln, zu nutzen. Die Technik ist auch in Ghana vorhanden – für die breite Bevölkerung allerdings schwer erreichbar und nicht leistbar.

Hilfe zur Selbsthilfe.
Wichtig war vor allem, den Bewohnern Awudome Kwantas nicht nur den Zugang zur Solartechnik zu ermöglichen, sondern ihnen auch das nötige Wissen zu vermitteln, die Anlage instandzuhalten und möglicherweise auch in Zukunft eine weitere selbst aufbauen zu können. Zudem sollte das Bewusstsein der Bevölkerung für erneuerbare Energien gestärkt werden.

Energiekrise.
Ghana gehört zu den aufsteigenden Entwicklungsländern, in denen es ein großes Potential an positiver Entwicklung gibt und ist somit Vorreiter für viele andere afrikanische Staaten. Doch die Wirtschaft in dem westafrikanischen Land hat es nicht leicht, denn sie hat mit täglichen Stromausfällen zu kämpfen. Abschnittsweise legt die Regierung in allen Regionen abwechselnd die Energiezufuhr still. In der Hauptstadt Accra beispielsweise, die über zwei Millionen Einwohner zählt, wird Stadtteil für Stadtteil der Strom für je zwölf Stunden abgestellt. Die Bewohner des Landes haben sich an diese geregelten Ausfälle gewöhnt, doch auch spontane Abschaltungen stehen an der Tagesordnung und machen das tägliche Leben umso schwerer.

Der Gründe, warum das Land seit etwa fünf Jahren in einer Energiekrise steckt, sind vielseitig und nicht ganz klar. Die Regierung behauptet, Nigeria würde zu wenig Erdgas liefern und die eigenen Erdgasvorkommen können aufgrund der fehlenden Ausrüstung noch nicht angezapft werden. Eine weitere Ursache liegt in den schwachen Regenfällen. Über die Hälfte des Strombedarfs wird in Ghana durch den Voltastausee gedeckt, den größten künstlich angelegten Stausee der Erde. Das Wasserkraftwerk Akosombo kann nicht genügend Energie produzieren, da die Pegelstände zu niedrig sind. Die selbst produzierte Energie wird von der Regierung angeblich auch gerne an Nachbarländer verkauft, um mehr Profit daraus zu schlagen. Somit wächst der Strombedarf in Ghana viel schneller als die Produktion. Die Regierung hat es in den letzten Jahren verabsäumt, rechtzeitig eine Lösung für das Problem zu finden und steht nun vor einer Notlage.

Hat es das Land in den vergangenen Jahren doch geschafft, sich ein halbwegs vernünftig aufgebautes Energienetz mit zahlreichen Dorf- und Hausanschlüssen einzurichten, so kann es dieses nun nicht effizient nutzen. Vor allem kleinere Handels- und Produktionsbetriebe leiden unter der Situation. Ein geregelter Arbeitsrhythmus ist bei regelmäßigen Stromausfällen, die vor allem auch am Land oft länger als einen ganzen Tag dauern, fast unmöglich, denn in einer modernen Arbeitswelt ist Energie nun mal unersetzlich. Maschinen sind still gelegt, Kühlketten werden unterbrochen, Krankenhäuser und Schulen sind stromlos, die Arbeit ruht und der fehlende Strom bedroht somit die Existenz vieler Betriebe. Größere Firmen haben sich mit Dieselgeneratoren Abhilfe geschaffen, doch diese sind laut und stinkig und vor allem teuer, womit sie nur einer begrenzten Anzahl an Betrieben zugänglich sind. Die Wirtschaft und somit die gesamte Entwicklung vor allem der ländlichen Bevölkerung leidet darunter immens.

Lösungen.
Da der Ärger immer größer und die Hoffnung auf die Tätigkeit der Regierung immer kleiner wird, sind viele Menschen auf der Suche nach alternativen Lösungen. Wer die finanziellen Mittel dazu hat, produziert mit einem Generator oder auch mit erneuerbaren Energiequellen seinen eigenen Strom, doch eine Lösung für ganze Dörfer und Städte ist damit noch nicht gefunden. Jedoch sehen immer mehr Privatpersonen und auch Organisationen eine große Chance in erneuerbaren Energielieferanten wie Wasser, Sonne, Wind oder Biomasse, die alle zur Genüge in Ghana vorhanden sind.